Zwei Aufregerthemen in Cham: Ich steh im Stau, ich finde keinen Parkplatz. Aber wer genauer hinschaut, so holzschnittartig ist es nicht:

Für ein digitales Verkehrsleitsystem in Cham kann man mich noch begeistern, allerdings sollten wir so ehrlich sein, zu sagen, dass dies in erster Linie für die Auswärtigen hilfreich ist. Die Einheimischen fahren trotzdem erst mal dahin, wo sie hinwollen und suchen dann einen Parkplatz. Ein Leitsystem kann die Lage entzerren, muss es aber nicht. Wir haben KEINEN Mangel an Parkplätzen in Cham, unsere Krux ist, dass sie aus historischen Gründen falsch verteilt sind.

Ich habe großes Verständnis dafür, wenn ältere und gehbehinderte Menschen möglichst nahe an Arztpraxen gefahren werden, dort aussteigen und wieder einsteigen. Liebe MitbürgerInnen ohne Einschränkung: warum ist es Ihnen nicht möglich, ein paar Schritte zu laufen? Zu einem Einkaufserlebnis in der Innenstadt gehört das Parken im Schaufenster nicht dazu. 

Wichtiger wäre es aus meiner Sicht, den Verkehr nach und von Janahof zu beschleunigen. Ich wäre bereit, hier kühn zu denken: die Scheuererkreuzung als Kreisel auszubauen, vielleicht sogar zweispurig, und eine Flutbrücke zu spannen von dieser Kreuzung bis zur Norma.

Das Ganze in Verbindung mit dem Hochwasserschutz. So könnten wir auch wertvolle weitere Nacherholungsareale dies und jenseits dieser Spange gewinnen. 

Beim Parkdeck Floßhafen favorisiere ich einen Neubau mit integrierten Quartiersgaragen, Kurzzeitparkflächen und einer zusätzlichen Nutzung auf dem Dach – z.B. einem Hotel – durch einen Privatinvestor, weil wir diese Investition zusätzlich zur Hochwasserfreilegung finanziell stemmen müssen.

Wir müssen unser Radwegenetz ertüchtigen. Natürlich ist dafür in der Altstadt kaum Platz, aber Leitgedanke ist, dass Radfahrer von Ost nach West und von Süd nach Nord ohne Lebensgefahr durch die Stadt kommen, das gilt ebenso übrigens für Fußgänger und das gilt auch für die Ortsteile.

Wir müssen endlich das Nadelöhr Bahnunterführung angehen und zumindest die Gespräche über die Weiterführung der Westtangente über die Bahnlinie nach Cham West wieder aufnehmen.

Das alles mit Augenmaß, denn an dem Satz „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“, ist viel Wahres dran.

Und – in Anlehnung an einen berühmten römischen Staatsmann:

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Chamer Bahnhof endlich barrierefrei werden muss.

Unsere Nachbarstadt Bad Kötzting ist uns hier mit einem Leitkonzept zum barrierefreien Umbau der Innenstadt voraus.

Wichtige Projekte in Cham wären:

  • Barrierefreier Weg von der Innenstadt zum Bahnhof,
  • Bürgersteig für Bürgersteig muss auf den Prüfstand (analog der Liste sanierungsbedürftiger Straßen in Cham),
  • eine ebene Spur (Plattenbänder aus Granit) für gehbehinderte Menschen: vom Marktplatz, vorbei am Rathaus bis zum Kirchplatz.