Wie wollen wir alle leben, wenn wir älter werden?

Viele von uns haben sich schon mit dieser Frage auseinandergesetzt. Die meisten wollen zuhause wohnen bleiben und das ist gut so. Wir brauchen aber auch moderne Wohnformen für ältere Menschen, die Hilfe brauchen und ich sage bewusst Hilfe, nicht Pflege, denn dies ist nur ein Aspekt von Unterstützung.

Eine der ersten Aufgaben, die ich als Bürgermeisterin angehen würde, ist, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen, um St. Michael zu planen. Verantwortlich sind für mich in diesem Zusammenhang in aller erster Linie jetzige Bewohner und künftige Nutzer des Hauses, Angehörige, Fachkräfte, die die Bewohner bestmöglich umsorgen wollen und Fachleute, die eine Vorstellung davon haben, wie ein zukunftsorientiertes Haus für Senioren aussehen könnte.

Wir brauchen als erstes ein Konzept, dann erst den Standort und dann müssen wir uns um eine tragfähige Finanzierung unter Berücksichtigung der rechtlichen Situation bemühen. Denn erst wenn ich weiß, was ich will, kann ich mir über die Finanzierung und den Ort Gedanken machen. Wir brauchen in Cham nicht nur eine Pflegeeinrichtung für schwerstpflegebedürftige Senioren, sondern ein Stufen-Konzept an Unterstützung.

Mein Begegnungszentrum für Seniorinnen und Senioren würde so aussehen.

  • Ein Ort der Begegnung für Senioren mit Angeboten der Nachbarschaftshilfe, ehrenamtlicher Helfer, Kaffee, Allzweckraum für Sportangebote und andere Veranstaltungen, Friseur, Fußpflege.
  • Barrierefreie Apartments für Senioren, die in einigen Teilbereichen des Lebens Hilfe benötigen.
  • Tages- Nacht- und Kurzeitpflegeangebote.
  • Therapeutische Angebote.
  • Beschützte Station für demente Senioren.
  • Wohneinheiten für pflegebedürftige Senioren.

Das würde vielen Senioren die Angst nehmen, in ein reines Pflegeheim umzuziehen. Jeder bekommt das Angebot, was er gerade für seine Situation braucht. Wer im Laufe der Zeit mehr Pflege braucht, zieht innerhalb des Begegnungszentrums um.   

Das wird viel Geld kosten, ja. Aber dieses Konzept wird ein zukunftsfähiges Konzept sein, nicht nur für ältere Menschen in Cham, nein auch für jene Menschen, die dort arbeiten und ihr Bestes geben.

Wer sich eine Stadthalle für über 25 Millionen Euro leisten kann, der muss auch bereit sein, in die Zukunft unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu investieren.